Wild thing


Wenn ich wiedergeboren werden sollte, dann bitte als Grüne Schildkröte - das war mein erster Gedanke, als ich zum ersten Mal die erstaunlichen Fotografien von Wellenfanatiker und Surfer Clark Little sah. Honu, wie sie die Einheimischen rufen, macht sich jeden Tag auf den Weg nach Laniakea Beach in Hawaii, wo sie reichlich Seetang futtert und ein Nickerchen unter den wärmenden Sonnenstrahlen macht, bevor sie sich wieder in die Wellen stürzt, um sich von ihnen sanft nach Hause tragen zu lassen. Dabei kennt Honu alle gewieften Surftechniken, welche ihr einen geschmeidigen Wellenritt bereiten: smooth dude!

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Honu ist ein angenehmer und unaufdringlicher Meeresbewohner, dessen Heimreise im Sog der Welle Surf-Fotograf Little auf Film festhalten konnte.

Den Coolnessfaktor im Blut hat Honu im Laufe der Erdgeschichte alle Widrigkeiten überstanden. Weder Naturkatastrophen noch Klimawandel wie die Eiszeit konnten ihnen etwas anhaben - im Gegensatz zu den Dinosauriern. Meeresschildkröten existieren seit 150 Millionen Jahren. Umso trauriger, dass diese liebenswuerdigen Wellenreiter, die ein biblisches Alter von 150 Jahren erreichen können, vom Aussterben bedroht sind - und das weltweit!

Handel mit ihrem Fleisch und Schildpatt sowie der Verzehr der Eier, die in einigen Ländern als potenzsteigerndes Mittel gelten, sind zwei von vielen Gefahren, die ihnen durch den Menschen drohen. Noch während die Schildkröte Eier legt, werden die ersten schon eingesammelt und zum Verkauf abtransportiert.

Heute geht eine der größten Gefahren für die Meeresschildkröten von der kommerziellen Fischerei aus. So verenden jedes Jahr schätzungsweise mehr als 250.000 Tiere als Beifang in der Fischerei nach Thun- und Schwertfischen. Außerdem werden die Brutgebiete der Reptilien vielerorts Opfer einer ungebremsten Strandbebauung und intensiver touristischer Nutzung (Quelle WWF).
Traditionelle “Schildkröten-Strände” fallen Hotelanlagen und anderen Neubauten zum Opfer.  Damit sind die Und dann noch so eine dämliche Erfindung wie die Bettenburg: die Plastiktüte. Im Meer ist sie für die Schildkröte von den Quallen, ihren Beutetieren, nicht zu unterscheiden. Die Ansammlung von unverdaulichen Kunststoffen im Darm kann tödlich sein.
Hinzu kommt eine Panzootie – das Pendant zur Pandemie bei uns Menschen. Denn in vielen Meeren ist ein Grossteil der Tiere mit einem Herpesvirus infiziert. Eine Folge der Inizierung sind die Bildung von Krebsgeschwülsten am Hals, im Mund, in den Augen, unter den Flossen und innerlich in Lunge, Leber und Herz. Wenn die Geschwülste sich im Körperinnern ausbreiten, versagen mit der Zeit die Organe, wenn die Tumore im Mund wachsen, können die Schildkröten bald keine Nahrung mehr zu sich nehmen und verhungern. Grossangelegte Impfkampagnen an den Stränden Hawaiis können jedoch frühestens 2010 beginnen.
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Nachdem nun der nächste Griechenlandurlaub gecancelt ist, hier noch ein abenteuerlustiges Kerlchen, das am selben Strand vom Fotografen Little in Aktion abgelichtet wurde.

Tufo, die Ratte und sein14jähriger Besitzer springen zweimal die Woche auf das Brett und reiten “Tubes”,  d.h. Tunnel, die im Inneren einer brechenden Welle entstehen. Tuberide ist ein Manöver,  das perfektes Timing beansprucht.
Der Bildband The Shorebreak of Clark Little zeigt Wellen in allen Farben und Formen und ihre Liebhaber, die in oder auch auf ihnen reiten.
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