Jeden Tag die gleiche Frage und der sehnliche Wunsch nach einem begehbaren Kleiderschrank. Mag dieser noch so vollgestopft sein, wirkt er doch immer nach Altkleidersack, denn die übernächste Saison hat sich schon wieder angekündigt. Kleidung ist Ausdruck der Persönlichkeit und der Individualität, unser Geschütz, um im Alltagsbrei nicht unterzugehen. Der Kick nach einer neuen Errungenschaft dauert nur kurz an, der Feel-Good Trigger braucht ständig neues Futter - der Schrank bleibt immer zu klein.

Schuld daran ist der “nucleus accumbens”, ein Element unseres eingebauten Belohnungssystem im Gehirn. Gibt es denn kein Mittel den kaufsüchtigen Styler zu dämpfen? Soweit ist die Wissenschaft noch nicht. Doch auf dem Weg von konsumgierig zu “fashionably ethic” stößt SanjidaO’Connell auf das Uniform-Projekt. Erfinderin und Versuchskaninchen in einem ist die New Yorkerin Sheena Matheiken, die ein ganzes Jahr lang das gleiche Kleid trug - eine Uniform in siebenfacher Anfertigung. Doch das Kleid sah nie gleich aus, denn die gebürtige Inderin hat ausreichend Erfahrung mit Pimp-up Experimenten in ihrer Schulzeit in Indien gesammelt. Dort ist die Uniform obligatorisch, was die Teenager dazu motiviert, allerlei außergewöhnliche Accessoires-Plugins auszutesten wie übergroße Uhren, Armreifen, bunte Strumpfhosen und Haarbänder.
Aber wie entscheidet man sich für das Kleid für das Jahr 2009, wenn man sich schon schwerlich für das Outfit des Tages entscheiden kann? Sheena engagierte eine befreundete Designerin, die ihr Lieblingskleid kopierte und jahrestauglich abstimmte: das Kleid kann gedreht und gewendet werden und verwandelt sich im Sommer in eine offene Tunika. Es ist aus einem festen, atmungsaktiven Baumwollstoff gefertigt, das wind und wetterfest ist - ziemlich clever. Aber auch clever genug, um den “nucleus accumbens” auszutricksen? Einen Versuch ist es Wert, denn Sheena spendete jeden Tag des Jahres einen Dollar an The Akanksha Foundation, die sich für die Gründung neuer Schulen für die Kinder in Indien einsetzt, die keine Ausbildung erhalten können.
Die beneidenswürdige Verwandlungskunst von Sheena ist auf ihrer Seite festgehalten. Jeden Tag ein Post, das reichlich Inpiration liefert und beweist, dass der Reiz des Neuen sich nicht in ausgiebigen Shoppingtouren erschöpfen muss…
P.S.: Da Accessoires auch nicht auf der Straße liegen, sucht Sheena in Second-Hand-Shops. Wer möchte kann sie bei Laune halten und ihr das Übriggebliebene schicken.












2 Comments, Comment or Ping
Erfinderisch muss man sein - solange die uniform nicht zur Pflicht wird, eine gute Idee
Juni 27th, 2009
Reply to “Die Rückkehr der Uniform”