Spektakulär - der Buchtipp zum Wochenbeginn


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Extreme - der Begriff wird nicht nur gerne für jegliche Abwandlung sportlicher Aktivitäten verwendet, sondern inzwischen auch auf den Bereich “Wohnen” angewendet. “Xtreme Houses” nennt sich das Ganze. Ich assoziiere mit “xtreme” die Attribute gefährlich, abenteuerlich und schwindelerregend - Tischdekoration, Gartenbau und Sofabezug fallen für mich in eine andere Kategorie. Bis jetzt war ich vollkommen verblendet von heimeligen Einfamilienhäusern und Wohneinrichtungskatalogen.

Etwas abgeschwächt im Wortgebrauch, aber nicht weniger atemberaubend ist der Bildband “Spektakuläre Häuser” von Holger Reiners (DVA, 69,95 Euro): eindrucksvolle Fotos, Originalgrundrisse, Beschreibungen der Entwurfskonzepte sowie Architektenporträts zeigen 33 preisgekrönte Bauten und Wohnkonzepte.

Eines von der parasitären Sorte ist das Rucksackhaus - frei nach dem Motto “sesshaft war gestern” zieht der Wohnkubus mit und heftet sich flexibel an jedes Haus an. Die mobile Immobilie enthält eine ausklappbare Einrichtung. Der Wohnnomade schnallt sich sein 1,6 Tonnen-Zuhause innerhalb von 4 bis 5 Stunden um - der spontane Umzug hat eine echte Chance. Die Versorgung des Wohnparasits funktioniert wie in der Natur: Das Haus liefert als Wirt Strom und Heizung.
Der Bewohner schwebt im freien Raum und sollte schwindelfrei sein, denn die Ausblicke durch das im Boden befindliche Fenster sind ungewöhnlich. Ein neues Wohnerlebnis bietet auch das “Floating Home” - weder Haus noch Schiff - der Hamburger Architekten Förster Trabitzsch. Vom Wasser getragen lässt es sich auf 192 Quadratmetern Wohnfläche im Sporthafen Hamburgs komfortabel leben.

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Neukölln macht sich schick für Jim Rakete


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Foto: Quartiersmanagement Berlin

Die High-Deck Siedlung, eine Wohnanlage an der Neuköllner Sonnenallee in Berlin, ist an diesem Wochenende Motiv des Berliner Fotografen Jim Rakete gewesen - oder besser gesagt ihre Einwohner. Ein Zusammentreffen der besonderen Art: die Anwohner putzten sich  für den Starfotografen heraus, um ihrem Viertel ein Gesicht zu geben. Das Neuköllner Viertel trägt seit der Wende das Stigma “Problemkiez”, nachdem es seine glanzvolle Zeit als Modell für “modernes Wohnen” in den 70er Jahren hinter sich gelassen hat.

Die stark befahrene Sonnenallee teilt das ca. 30 ha große Quartier in einen östlichen und einen westlichen Teil. In diesem reinen Wohnviertel leben ca. 5.400 Menschen in 2.462 Wohnungen. Weit mehr als 30 Nationalitäten treffen hier aufeinander. Das charakteristische des Wohnviertels sind seine “High-Decks”, Hochwege, über welche die Bewohner ihre Wohnungen in den fünf- bis sechsstöckigen Häuser bequem erreichen. Außerdem stehen Gemeinschaftsräume, Gästewohnungen oder Waschküchen zur Benutzung frei. Im Zentrum liegt das Sonnencenter: ein Einkaufszentrum.

Die Imagekampagne begleitet die Sanierung von rund 2000 Wohnungen, nachdem nun die High-Deck Siedlung ein privater Investor kaufte. Die Aktion bringt Anwohner zusammen und groß heraus - nicht das Grau der Fassaden, welches  bald verschwinden soll. Wohnungsgesellschaft und Quartiersmanagement haben die Fotoaktion angekurbelt, um das Bild des Quartiers bunter zu gestalten und die Vorteile des Lebens im High-Deck-Siedlung herauszustellen.
Wie der Name “High Deck” schon verrät, verlaufen die Wege des Viertels oberhalb der Strassen. Spielplätze und Kinder sind somit auf der sicheren Seite. Kein schlechtes Konzept - und das möchten die Anwohner öffentlich verkünden:  ick fühl mich hier wohl!
Über 40 Anwohner ließen sich mit ihrem Lieblingsgegenstand von dem Berliner Fotografen ablichten, der sonst Politiker und Künstler porträtiert.

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Foto: Quartiersmanagement Berlin

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Lebst du schon oder wohnst du noch?


Die alte Frage, die unser aller Standard-Wohnphilosoph IKEA schon hinausrief: “Wohnst Du noch oder lebst Du schon?” Wie hallt das Echo zurück?

Machen Dich Deine vier Wände glücklich? Diese Frage haben einige Marktforscher von Gewis gestellt - ausschließlich an Frauen. Die Annahme Frauen hätten naturbedingt einen besseren Sinn für Ästhetik, scheint sich hartnäckig zu halten.

Fühlen sich die Manner vernachlässigt? Bitte zurückrufen: “Ich lebe schon!” Was sie zu dieser Annahme bewegt, hätte ich dann aber schon gerne gewusst. Die Argumentation: “Ich spüle einmal in der Woche” wäre schwach. Frische Schnittblumen und gesunde Pflanzen sind schon eher ein Pluspunkt für eine lebendige Wohnung. Oder aktive IKEA-Hacker bitte zu Wort.

Zurück zu den Ergebnissen der Umfrage: 84 Prozent der Frauen verrieten, dass eine schöne Wohnung für sie ein wesentlicher Bestandteil zum Glücklichsein sei. Rund 78 Prozent haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie sie sich einrichten möchten, es fehlt ihnen jedoch Zeit oder Geld. Der Feind einer schicken Wohnung sind die üblichen Laster einer Frau: Kleidung, Accessoires, Reisen und Ausgehen. Dafür geben nämlich 26 Prozent lieber Geld aus, als für die Wohnung

Neun Prozent sehen ihre Wohnung nur als einen Ort zum Schlafen. Ihnen ist es daher egal, wie sie aussieht, berichtet die Zeitschrift Elle. Sprechen da die “hard working women” unter uns?

via Sueddeutsche

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Wohnen maximal


Woran man sich in Barcelona gewöhnen muss, ist nicht nur das bessere Wetter, sondern auch die durchschnittlich kleineren Wohndimensionen. Das gilt insbesondere dann, wenn man in der Altstadt Barri Gotic wohnt oder in Barceloneta. Wie die Verniedlichungsform schon verrät, hier ist alles niedlicher. Die Häuser reihen sich im Puppenformat aneinander. Die Haustüren in einigen Gässchen sind so schmal, dass man seitlich eintreten muss - Kopf einziehen nicht vergessen. Wie da jemals eine Wohnungseinrichtung durchpassen soll….das Rätsel muss ich noch lösen. Ganz anders sind da die grosszügigen Berliner Altbauwohnungen in Kreuzberg oder Schöneberg. Aber meist erstrecken sich diese nur in die Höhe. Zum Trampolinspringen in einigen Fällen geeignet, für weitläufige Einrichtungen weniger. Wer beengende Verhältnisse austricksen möchte, ist mit Barty Phillips “Wohnen maximal - 500 Ideen für kleine Räume” gut beraten. Ein praxistauglicher Ratgeber rund ums Thema Einrichten. Die Checklisten helfen dabei, den persönlichen “Wohngeschmack” zu finden, bevor man in die Trickkiste der Autorin greift.

Eine echte Alternative zum IKEA Raumplaner.

Barty Philips: Wohnen maximal. 500 Ideen für kleine Räume, 19,95 €


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Living in a box


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Foto: Casulo

Eine gute Nachricht für alle, die immer auf der Suche von Stadt zu Stadt ziehen. Stadtnomaden müssen sich mit diesem kompakten Angebot nicht mehr über den unnötigen Ballast von Hab und Gut beschweren. Casulo ist eine komplette Zimmereinrichtung, die sich als geschlossene Einheit in weniger als 8 Minuten auf das Grundmaß einer Europalette zusammenpacken oder wieder aufstellen lässt. Dabei wird keinerlei Werkzeug benötigt. … So die Erfinder, die Casulo im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Kölner International School of Design entwarfen.

Casulo ist “eine Box auf der Grundfläche einer Europalette, gerade mal 90cm hoch. Darin enthalten: ein Kleiderschrank, ein Schreibtisch inklusive Unterschrank, ein höhenverstellbarer Drehhocker, zwei weitere Hocker, ein Regal, ein Bett mit Matratze.” Ein Drittel des Stauraums ist für die Lieblings-Bettwäsche, das Lieblingsbuch und so dies und das reserviert.

Wer sich nicht gern einengt, für den ist das wohl nix.

Alle anderen: hier geht es zu mobiles Wohnen.
»Es ist zwangsläufig, dass jedes Nomadentum seine sesshaften und jede Sesshaftigkeit auch ihre nomadischen Momente hat, und natürlich gehört zum Wohnen in hohem Maße auch das Ankommen und Da-Sein.« (Mathias Schwartz-Clauss).

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Villa Kunterbunt


In der Heimat von Astrid Lindgren, Pippis geistiger Mutter, “staged” man die Häuser. In Stockholm werden bereits 70 Prozent der zu verkaufenden Häuser aufgemotzt, also “gestaged”, um den bestmöglichen Preis zu erzielen. Home-Staging nennt man das dann korrekt. Richtig, das klingt wenig schwedisch. Das hat auch seinen Grund, da dieses neue Instrument des Immobileinmarketings, wie so vieles andere auch, aus Amerika stammt. In den USA stehen aufgrund der Krise auf dem Eigenheimmarkt, die nach einer Studie von Morgan Stanley noch weit bis in das nächste Jahr andauern werde, 600.000 Häuser unveräussert im Angebot. Nach dem Einbruch der Preise für die Eigenheimimmobilie erfand man also in der Not diese Art von psychologischem Trick beim Verkauf. So lernen Immobilienmakler in Kursen, welche Gerüche oder Farben eher kaufanregend auf den Kunden wirken als andere. So kann der Makler lernen, wie über einige wenige, gut gesetzte Handgriffe die Immobilie in das richtige Licht gerückt werden kann. Das richtige Ambiente durch Licht und ausgewählte Möbelstücke herzustellen, handwerkliche Ausbesserungen oder ein neuer Anstrich lohnt sich. Nach dem schwedischen Handelsblatt Dagens Industri lässt sich so der Wert eines Hauses um bis zu 15 Prozent steigern. Der Kauf einer Immobilie wird zum grossen Teil auch vom Bauch gesteuert. Wichtig ist der erste Eindruck.

Home-Staging bedeutet allerings nicht das Vertuschen von Mängeln. Vielmehr soll das Beste aus der Immobilie rausgeholt werden und ihre Vorteile betont werden. Seit Anfang dieses Jahres können sich Makler auch in Deutschland in Sachen Homestaging schulen lassen. Die Experten kommen aus dem - natürlich - hohen Norden: Marketingexpertin Madeleine von Beckerath stammt aus Stockholm und hat vor einem Jahr mit der Betriebwirtin Kirsten Schildt in Hamburg die Firma Home Staging gegründet. Die neue Beratungsleistung kommt gut an. Mit einem Team aus Fachleuten wie Handwerkern, Inneneinrichtern und Architekten wird nach einer ersten Bestandsaufnahme der einzelnen Räume je nach Wunsch die Umsetzung von der Entrümpelung über den Verleih von Möbeln bis zu kleineren Renovierungengeleistet.

Also, ich wüsste zumindest schon wie mein Haus nach dem Staging aussehen müsste.

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