Oktober 16th, 2008
Ekel vorm Mitbewohner im Kühlschrank
Die Suche nach der geeigneten WG ist ein steiniger Weg und das WG-Casting mag nicht selten vor einer Mitbewohner-Jury mit Dieter-Bohlen Besetzung stattfinden. Denn nur die Harten kommen in den Garten.
Wer nicht mehr bei Mutti lebt, kann auch nicht erwarten, dass die Töpfe immer gespült und der Kühlschrank gefüllt ist. Durch die WG-Schule muss jeder durch, früher oder später. Doch was tun, ist man erstmal drin?
Die Informationsvermittlung innerhalb der WG beschränkt sich seit Menschengedenken auf kleine Zettelchen, wenn es sich um Unangenehmes handelt: “Du hast deine Haare im Sieb vergessen” oder ” Die Keime in deinem Kühlschrankfach haben mir heute einen “Guten Morgen” gewünscht”. Letzteres muss nun nicht mehr länger Ursache für eine WG-Krise sein und könnte möglicherweise auch die WG-Kommunikation revolutionieren: der modulare Flatshare-Kühlschrank sagt dem handelsüblichen keimigen WG-Kühlschrank den Kampf an.
Der “Flatshare”-Kühlschrank besteht aus individuellen Teilen: Auf einer Basisstation lassen sich einzelne Kühlschrank-Teile stapeln. Jeder Bewohner erhält seinen eigenen Kühlraum, für den er selbst verantwortlich ist. Jeder Kühlschrank-Teil lässt sich individuell mit bunten Skins gestalten und mit Add-ons - wie etwa mit Flaschenöffnern - erweitern. Der Flatshare-Kühlschrank ist Gewinner des Electrolux Design Lab 2008. Stefan Buchberger, der an der Wiener Universität für Angewandte Kunst studiert, setzte sich mit seiner Konzeption eines WG-Kühlschranks unter 600 Einsendungen von Design-Studenten aus 49 Ländern durch. Die Idee entstand, da er sich vor dem eigenen Kühlschrank ekelte.
Prost Mahlzeit!