Facebook macht Weihnachten kaputt?


Also, jetzt haben wir ja nun schon viel “Böses” gehört von Facebook in den letzten Tagen. Aber Weihnachten, das Fest der Liebe zu attackieren, ist keine gute Idee. Nachdem Organisationen wie MoveOn.org bereits Ihren Unmut über Facebooks Dreistigkeit in Form von Petitionen geäussert haben, springen jetzt sämtliche Bürgerrechtler auf die Barrikaden. Die Protestgruppe ‘Facebook: Stop Invading my Privacy‘ wächst  alle paar Minuten um 1000 Mitglieder und schimpft auf die neue Werbefunktion Beacon (Projekt Leuchtfeuer), ein Datenfilter der User-Daten bündelt und verschickt. Social Ads oder Soziale Werbung nennt man das dann. Werbetreibende frohlocken, Bürgerrechtler und User sehen Ihre Privatsphäre und nun auch die weihnachtliche Vorfreude in Gefahr. Kauft ein Nutzer z. B. beim Facebook-Werbepartner Amazon ein, werden alle seine “Freunde” darüber im News-Feed benachrichtet. Das kann mal mehr mal weniger amüsant sein, je nach Betrachtungsweise. Shoppt Susanne ein paar “Erwachsenenspiele” als Weihnachtsgeschenk für Ihren Schatz Uwe online,  erfährt das dann nicht nur ihr Gespiele, sondern auch die 152 Facebook Freunde von Susanne. Denn diese werden darüber von facebook per Newsfeed benachrichtet.

Und als ob das nicht schon ausreichend wäre, um uns die Romantik der vorweihnachtlichen Stimmung aus Glühweinduft und Neonbeleuchtung vollends zu verderben, beraubt uns Facebook auch unserer freien kreativen Entfaltung. Mehr als 165.000 Facebook-Nutzer haben bereits eine Petition unterzeichnet, die sich gegen den Zwangsgebrauchs des Verbs “ist” stellt. Wie bitte? Für Facebook Non-User: Auf jedem Profil besteht die Möglichkeit seinen Status zu aktualisieren, will heissen, alle seine Freunde daran teilhaben zu lassen, was man denn momentan macht. Die Textschablone gibt entsprechend beispielsweise vor: Thomas IS…..Je nach Muttersprache werden hier die Möglichkeiten stark beschränkt und die Ausdrucksmöglichkeiten des Nutzers quasi vergewaltigt. Ist-Gegner vereint Euch…..es lebe die Poesie!

Ich wünsche den Facebook Entwicklern und Pressesprechern eine besinnliche vorweihnachtliche Zeit!

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Wunschliste


Und wenn wir schon beim Thema sind: Aldi Verkaeuferinnen sind fuer mich ein Phaenomen. Mir nichts Dir nichts tippen Sie aus dem Gedaechtnis die Produktartikelnummern ein. Wie oft hab ich mir schon die Frage gestellt, warum bisher nie ein Aldi Mitarbeiter bei „¿Wetten dass…?“ aufgetreten ist (Meines Wissens nach. Und die Sendung hat einen festen Platz an Samstagabenden deutscher Familien. Soll heissen ich hab sie alle gesehen). Haeufig kam ich ins Schwitzen, dass ich die Butter nicht so schnell in den Einkaufskorb legen, wie die Geldboerse rauskramen konnte.

Hier in Barcelona scheint der soziale Umgang im Vordergrund zu stehen. Ein kleines Schwaetzchen, dafuer sollte Jeder Verstaendnis haben. Und auch die Kassiererin offenbart reges Interesse, fuer welche Lebensmittel Du dich entschieden hast, statt sie nur hastig ueber den Scanner zu schieben. Das Wort „Eile“ existiert allerdings auch im Spanischen, was aber nichts ueber die Haeufigkeit des Gebrauchs der Vokabel aussagt.

Aber ist es nicht schoen, dass noch in den Supermaerkten Wert auf den Kundenkontakt gelegt wird. Vermissen wir nicht alle auch ab und zu den Charme eines Tante Emma Ladens?

Zu wissen mit Wem man es zu tun hat, schenkt mir ein beruhigendes und heimisches Gefuehl. Wer liebt es nicht in sein Stammkaffee zu kommen und der uebliche doppelte Espresso Macchiato mit einem Glas Leitungswasser steht schon bereit? Und ich kaufe gerne dort ein, wo man mich kennt. Und weiss, was ich will.

Diejenigen, die alles gerne auf einen Blick haben, da „Eile“ eine wichtige Rolle im Sprachgebrauch besitzt, nutzen Social Shopping. Das hat nicht viel mit „Schwaetzchen-im Supermarkt-halten“ gemein. Oder irgendwie schon. Das Web 2.0 Konzept stellt den Menschen und nicht das Produkt in den Mittelpunkt.Vor dem Handel steht der Dialog. Der Marktplatz wird spezifischer und erkennt ueber meine Profilmatrix, was ich suche und verbindet mich mit Haendlern,die aehnliches anbieten.


Ich hab keine Angst mehr vor dem Weihnachtseinkauf. Kein Gedraengel und Geschubse mehr, keine angsterfuellten Gesichter, die wie getrieben durch die Einkaufscenter rasen, um letztlich doch wieder im bekannten Parfuemstore zu landen.

Das denken sich auch andere vorweihnachtlich gestresste Zeitgenossen und kaufen fleissig im Internet ein. Nach comScore haben bereits 36 Prozent der deutschen Online-Käufer mit Ihren Einkäufen begonnen. Als Zahlungsmethode ziehen die Deutschen dabei der Kreditkarte die klassische Lastschrift mit 61 Prozent und Überweisung vor.

Fehlen Ideen? Auch da haelt das Web 2.0 neue Wege bereit. Die Geschenke Community Edelight.de verraet die Geschenkideen anderer Nutzer ueber Empfehlungs- und Wunschlisten und macht unseren Kopf frei fuer die Liebe. Das Fest der Liebe!

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