Zurück in die Zukunft


Nein,  Shopping ist nicht immer nur ein vergnügliches Unterfangen. Die Kunst ist es, Spaß dabei zu haben. Es steckt viel Arbeit dahinter, es nicht zu einer verzweifelten Odyssee verkommen zu lassen, bei der man am Ende schlimmstenfalls mit Muskelkrämpfen und einer Tüte  Fehlkäufe dasteht. Denn wir wollen alle doch dasselbe: nicht das, was der andere hat.

Was für Kleidung gilt, ist bei Möbeln nicht anders. Wer einzigartige Möbelstücke sucht, die bereits eine Geschichte haben, ohne dabei miefig zu sein, der sollte sich das Konzept von Retromodern ansehen. Das Prinzip  ist altbewährt, doch um eine wesentliche Komponente erweitert. Retromodern restauriert die ausgesuchten Einzelstücke nicht einfach nur, sondern verpasst ihnen ein Makeover, das sie in unser Jahrzehnt befördert. Dabei geht der originale Charakter ihrer Herkunft nicht verloren. Die Leidenschaft  für 50er Jahre Möbel und der Wunsch, die Lebensdauer der Vintagestücke zu verlängern, waren ausschlaggebend für die Gründung des Online Stores. Spezialisiert ist Retromodern auf Sideboards, Kommoden, Highboards und Vitrinen.

Hab ich vergessen zu erwähnen, dass die dänischen Designklassiker custom-made sind?

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Foto: retromodern.com.au

Drei einfache Schritte, für die man das Sofa nicht verlassen muss, trennen den Kunden von seinem Wohnzimmer-Vorzeigeliebling: 1. Möbelstück aussuchen, 2. aus einer Bandbreite von Holzlaminaten und Griffen wählen, 3. Email mit eigenen Ideen zum Re-Design schicken. Was bei dem Recyclingprozess rauskommt, kann in der Gallery bewundert werden.

Einen Haken hat die Sache doch: Retromodern sitzt in Australien. Schreibt doch bitte einen Kommentar, falls ihr ähnliche Stores in Europa kennt.

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Gaudi Stuhl


Es ist heiss - sehr heiss. Der August in Barcelona kann grausam sein. Keine Sangría kann die Schweisstropfen stoppen. Und der Strand ist ein unheilvoller Ort, möchte man in Ruhe dahinköcheln. Ruhe kann man woanders suchen. Stilvoll Schwitzen ist auf dem Gaudí Stuhl möglich. Der katalanische Architekt, der gerne in einem Atemzug mit Tapas, Paella, Sangría und Flamenco in Touristenführern genannt wird, konstruierte seine Baupläne, indem er in einem Model Ketten im Bogen von der Decke hängen liess. Er experimentierte mit der Länge der Schnüre und unterschiedlichen Gewichten. Die Schwerkraft kommt ins Spiel, im umgekehrten Spiegelbild auf der Bodenplatte ergibt das Seilpolygon so ein Model für eine natürlich stabile Form. Dieses logische und einfache Prinzip nutzte der niederländische Designer Bram Geenen, um ein Möbelstück im Rahmen des Furnistructure Projektes zu designen, das durch sein Leichtgewicht besticht. Nur ein einziges Kilo bringt der Gaudí Stuhl auf die Waage, ist damit recht funktional und high-tech-chic.

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 gaudi stool bram geenen yatzer 1 Gaudi Stuhl

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Quelle: Bram Geenen

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Ikea verärgert Dänen mit kuriosen Produktnamen


Ein Mittel gegen Heimweh? Eine Runde „Schöttbullar“ bei Ikea. Ich kann nicht erklären woran es genau liegt. Ein Grund ist mit Sicherheit, dass Ikea überall gleich ist. Ikea ist Ikea und das egal wo du bist, ob in Deutschland, Spanien oder Malaysia. Das schwedische Möbelhaus hat die Welt erobert.

Nun könnte ich natürlich dagegenhalten, dass ähnlich globalisierte Unternehmen wie H&M, die auch aus dem hohen Norden kommen, nicht solche heimische Gefühle bei mir hervorrufen, und dass meine Wohnung auch noch nie ein Plagiat aus dem Ikea-Katalog war. Ich tippe darauf, dass es an der freundlichen Mitarbeiterin hinter dem Tresen der IKEA-Frühstücksbar liegt, die mir mit einem so ausgelassenen Gesichtsausdruck in aller Ruhe ausführt, was denn der Unterschied zwischen den Safthähnen mit der Aufschrift „Orange“ und „Naranja“ ist.

Die Ikea-Philosophen übermitteln uns via IKEA-Katalog gesellschaftliche Werte, wie Multikultur, Kinderliebe und Geselligkeit. Bei IKEA ist die Welt noch in Ordnung. Und IKEA ist greifbar, wie Ildikó von Kürthy feststellt: „Anders als Modeschauen von Gucci und Kochbücher von Paul Bocuse verführen Ikea-Kataloge nicht zum Träumen vom Unerreichbaren. Diese Möbel aus Schweden sind so real, so erschwinglich, so vernünftig.“ Wir sind alle gleich, suggeriert uns die Welt von Ikea. Billy ist schliesslich in jedem standesgemässen Studentenwohnung und auch Familienwohnzimmer daheim.

Die IKEA Botschafter bringen uns doch gerne immer wieder zum Lachen, vornehmlich mit ihrer kreativen Namensgebung. Die Artikel erhalten nicht schlicht eine kalte Nummer, sondern lustige Namen. Poäng, Lekvik oder Hemnis rufen bei dem ein oder anderen wohl Assoziationen hervor, die so garnichts mit Lampen- oder Stuhlmodellen gemein haben. Weniger die Namensgebung als vielmehr die Namensfindung gibt immer wieder Anlass, halbseidene Theorien aufzustellen, die den Versuch darstellen, das System zu dekodieren. Ja, es steckt System dahinter, wie hinter allen Produkten und Bauanleitungen der schwedischen Möbelkette. Nein, alle Anhänger der Cannaboiden-Theorie (Ikea-Manager sitzen in einem kleinen Kämmerchen und werfen sich in einer Art Rauschzustand neue Wortschöpfungen an den Kopf) werden enttäuscht sein. Schauplatz ist der Konzernsitz im schwedischen Älmhult, dort werden die Namen erfunden.

Nun wird die Abteilung und ihre kreative Arbeit Gegenstand einer emotionalen Debatte, die die Kopenhagener Universität ins Rollen gebracht hat. Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Kjøller behauptet, dass sich die Schweden vertreten durch Ikea über die Dänen lustig machen wollten. Warum? Fußabstreifer, Läufer, billige Teppiche tragen die Namen dänischer Ortschaften, wie Helsingør und Roskilde. Und was macht man mit Fussbelägen? Draufrumtrampeln. Klarer Fall von „schwedischem Imperialismus“. „Türmatten und Läufer sind drittklassig, wenn nicht siebtklassig im Rahmen der Wohnungseinrichtung. Tiefer als ein Fußbodenbelag geht ja eigentlich gar nicht”, kritisiert Klaus Kjøller.

Aber auch die Dänen sind ein lustiges Völkchen und wissen zu kontern: Carlsberg solle seinen alkoholfreien Bieren schwedische Ortsnamen geben. Und dann ist alles wieder gut und Friede kehrt auf dem idyllischen Fleckchen Erde ein, an dem Fleischbällchen auf Bäumen wachsen.

Via taz

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