Mai 5th, 2008

Extreme - der Begriff wird nicht nur gerne für jegliche Abwandlung sportlicher Aktivitäten verwendet, sondern inzwischen auch auf den Bereich “Wohnen” angewendet. “Xtreme Houses” nennt sich das Ganze. Ich assoziiere mit “xtreme” die Attribute gefährlich, abenteuerlich und schwindelerregend - Tischdekoration, Gartenbau und Sofabezug fallen für mich in eine andere Kategorie. Bis jetzt war ich vollkommen verblendet von heimeligen Einfamilienhäusern und Wohneinrichtungskatalogen.
Etwas abgeschwächt im Wortgebrauch, aber nicht weniger atemberaubend ist der Bildband “Spektakuläre Häuser” von Holger Reiners (DVA, 69,95 Euro): eindrucksvolle Fotos, Originalgrundrisse, Beschreibungen der Entwurfskonzepte sowie Architektenporträts zeigen 33 preisgekrönte Bauten und Wohnkonzepte.
Eines von der parasitären Sorte ist das Rucksackhaus - frei nach dem Motto “sesshaft war gestern” zieht der Wohnkubus mit und heftet sich flexibel an jedes Haus an. Die mobile Immobilie enthält eine ausklappbare Einrichtung. Der Wohnnomade schnallt sich sein 1,6 Tonnen-Zuhause innerhalb von 4 bis 5 Stunden um - der spontane Umzug hat eine echte Chance. Die Versorgung des Wohnparasits funktioniert wie in der Natur: Das Haus liefert als Wirt Strom und Heizung.
Der Bewohner schwebt im freien Raum und sollte schwindelfrei sein, denn die Ausblicke durch das im Boden befindliche Fenster sind ungewöhnlich. Ein neues Wohnerlebnis bietet auch das “Floating Home” - weder Haus noch Schiff - der Hamburger Architekten Förster Trabitzsch. Vom Wasser getragen lässt es sich auf 192 Quadratmetern Wohnfläche im Sporthafen Hamburgs komfortabel leben.

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Februar 25th, 2008
Woran man sich in Barcelona gewöhnen muss, ist nicht nur das bessere Wetter, sondern auch die durchschnittlich kleineren Wohndimensionen. Das gilt insbesondere dann, wenn man in der Altstadt Barri Gotic wohnt oder in Barceloneta. Wie die Verniedlichungsform schon verrät, hier ist alles niedlicher. Die Häuser reihen sich im Puppenformat aneinander. Die Haustüren in einigen Gässchen sind so schmal, dass man seitlich eintreten muss - Kopf einziehen nicht vergessen. Wie da jemals eine Wohnungseinrichtung durchpassen soll….das Rätsel muss ich noch lösen. Ganz anders sind da die grosszügigen Berliner Altbauwohnungen in Kreuzberg oder Schöneberg. Aber meist erstrecken sich diese nur in die Höhe. Zum Trampolinspringen in einigen Fällen geeignet, für weitläufige Einrichtungen weniger. Wer beengende Verhältnisse austricksen möchte, ist mit Barty Phillips “Wohnen maximal - 500 Ideen für kleine Räume” gut beraten. Ein praxistauglicher Ratgeber rund ums Thema Einrichten. Die Checklisten helfen dabei, den persönlichen “Wohngeschmack” zu finden, bevor man in die Trickkiste der Autorin greift.
Eine echte Alternative zum IKEA Raumplaner.
Barty Philips: Wohnen maximal. 500 Ideen für kleine Räume, 19,95 €
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Januar 28th, 2008
Stadteinsteiger haben es nicht immer einfach. Durch die harte Schule der Orientierungsphase muss jeder Neuberliner. Davon kann auch Thomas Knuth ein Lied singen. Und da er nun in fünf Jahren Großstadtleben die “echten” Berliner ausreichend beschnüffeln konnte, gibt er den Frischlingen in der Stadt Nachhilfe im “Berliner-Werden”. Denn naiv wäre es zu denken, ein simpler Stadtplan könnte durch den Großstadtdschungel helfen. Kursthemen sind daher: Was charakterisiert die einzelnen Stadtteile? Wie lernt man schnell neue Leute kennen? Was sind hilfreiche Orientierungspunkte im verzweigten Straßennetz? Wie findet man am besten eine Wohnung?
Jährlich zieht es 120.000 in die Hauptstadt. Zwischen Kulturschock und Orientierungslosigkeit wankt so mancher ins Fettnäpfchen. “Besser lassen” lautet daher der Name des Seminars, das vor Schlimmerem bewahren soll. Die Aufklärungsstunde gibt lebenserhaltende Tipps, wie ” Berliner Dialekt imitieren” oder “Das Auto am 1. Mai in Kreuzberg parken”. Da Knuth die Kurse gemeinsam mit der BVG anbietet, ist das “Schwarzfahren” wahrscheinlich auch eines der Dinge, die man in Berlin besser lassen sollte.
Gebündelt erscheint das Nachschlagewerk zum Überlebenstraining Berlin unter dem Titel Berlin for Beginners –Tipps für Stadteinsteiger ab März im Berlin Story Verlag.
Für Berliner und solche, die es werden wollen gibt es mehr Informationen und die nächsten Kurstermine unter: www.berlinforbeginners.de
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