Juli 18th, 2008
Achtung Kamera: Google Streetview in Berlin unterwegs
Google Streetview lichtet Augenzeugenberichten zufolge gerade die Strassenzüge Berlins ab. Mit seinen acht Kameras und den drei Laser-Scannern tuckerte der schwarze Kleinwagen bei Schönwetter über den Kreuzberger Mariannenplatz. Damit bietet die Kartensicht dem Benutzer die Möglichkeit, ganze Straßenzüge virtuell entlang zu laufen und sich dabei Häuserfassaden anzuschauen.
Nachdem die Google Streetview-Autos bereits in halb Europa unterwegs waren (UK, Frankreich, Spanien, Italien…) wird nun auch die deutsche Hauptstadt gescannt. Die ersten europäischen Strassenbilder, die der Strassenansichtdienst bereitstellte, zeigen die 21 Etappen der Tour de France aus der Fussgängerperspektive.
Trotz Googles Ankündigung Autokennzeichen und Gesichter unkenntlich zu machen, neben Sicherheitsbedenken fürchten viele die Persönlichkeitsrechte durch Googles panoptischen Blick gefährdet. Richtige Gesichter an falschen Orten? Die Google Schnappschüsse veröffentlichen Szenen des urbanen Alltags, die nicht für alle Passanten vorteilhaft ausfallen. Vorlagen für solche Szenen möchte wohl niemand liefern. Benehmen, Anstand und ein freundliches Lächeln sind also auf Berlins Strassen in den nächsten Tagen geboten.

Ein falscher Eindruck könnte immerhin entstehen, wenn man diesen Mann in dieser Strassenansicht vor dem Büchladen für Erwachsene sieht - harmlos dagegen die Beschwerde einer Katzenbesitzerin in Kalifornien, die beim Ausprobieren der neuen Ansicht feststellte, dass auf dem Foto ihres Hauses in Oakland auf dem Fensterbrett im zweiten Stock sogar die Katze Monty zu erkennen ist.

Wie weit die Augen des Riesen in unsere Vorgärten oder sogar Wohnzimmer schielen, lässt vielen beim Gedanken einen Schauer über den Rücken laufen.
Ab wann die Berliner im Internet nach ihren Fotos in der virtuellen Stadtansicht suchen können ist noch unklar.
Solange sollte dieses Fotoalbum der lustigen Google-Familie genug Warnung sein. Bitte Lächeln!