Während wir darüber sinnieren, wie die Zukunft aussehen könnte, bemerken wir nicht, dass sie bereits angefangen hat.
Bisher dienten technologische Produkte der Steigerung von Effizienz und Effektivität. An vorderster Front malen Produktdesigner nun eine düstere Zukunft, in der sich der Einsatz von Technologie auch auf die Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse der Menschen erweitert.
Der deutsche Designer Stefan Ulrich entwirft in seiner Arbeit „Neue Versprechen“ eine Vision, die anhand des amorphen Roboters „Funktionide“ veranschaulicht, wie neue Technologien die Beschaffenheit von Produkten und die Interaktion mit diesen in der Zukunft verändern könnte.
Die Vereinsamung als Konsequenz der modernen Arbeitswelt und ihren unmenschlichen Anforderungen ist dabei Ausgangspunkt für die Generierung von „lebenden“ Produkten wie der Funktionide, die die emotionale Leere erleichtern sollen. Aktive Materialen wie Elektroaktiven Polymere (EAP), auch bekannt als künstliche Muskeln, erweitern die Dimensionen unserer Produktwelten.

„Der globale Jobnomade vereinsamt, und seine Gefühlswelt droht zu verflachen.“
Freie Flächenverformung, aktive Membranen und taktile Oberflächen könnten ermöglichen, sich bewegende Oberflächen und Körper zu gestalten, die wie belebt erscheinen.
Der Funktionide ist eine formlose weisse Gestalt, die sich gleich einer Raupe selbstständig durch den Raum bewegt und sichtbare Atmung simuliert.
Das Objekt reagiert auf Licht, Bewegung und Schall, so kann der Funktionide auf unterschiedliche Gemütszustände reagieren und zeigt dabei Unberechenbarkeit, wenn man so will menschliche Fehlerhaftigkeit.
Wie der Feierabend eines Tages aussehen könnte, zeigt das Video.
Funktionide Part II from eltopo on Vimeo.
Ob der Roboter immer nur der Ersatz bleiben oder die Lösung sein wird, zeigt die Zukunft.












2 Comments, Comment or Ping
Schööööön! Habe Lust zu testen. Es ist sicher ein toller Geliebter: soft, loyal und lenkbar…
Lg aus B.
Oktober 22nd, 2009
Ein sehr bedrückendes Video. Ich empfinde dieses “Ding” ein wenig ekelerregend. Aber das ist nur ein Komplement an den Erschaffer, denn es sieht für mich wirklich wie ein Lebewesen aus, auch wenn ich es nicht mag. Mit dem Vereinsamen durch die Anforderungen hat sich bereits 1970 Alvin Toffler beschäftigt. Auf gesellschaftlicher Ebene hat sich jedoch nicht viel getan. Was ich jedoch richtig geil fand ein Stammtisch für Leute, die neu in Stuttgart waren. Das wurde über studivz organisiert. Ich hoffe nicht, dass so die Zukunft der Menschheit aussieht. Kommunikation und Miteinander gehören für mich zum Menschsein.
Mai 20th, 2010
Reply to “Neue Versprechen”