Mit oder ohne Darm ?


Das Thema liegt mir ja jetzt schon länger im Magen. Aber für alle diejenigen, die gerade aus Barcelona nach Berlin gezogen sind, die Berlinale besuchen oder nicht wissen, was sie heute essen sollen, dessen Geschmacksnerven möchte ich im Folgenden auf eine ganz besondere kulinarische Spezialität lenken - die Currywurst! Angesichts des multikulturellen Angebots ist die Currywurst zwischen Bocadillo, Mc Donalds, Gyros und  Döner die deutsche Vertreterin der Imbiss-Kultur.

Jetzt stöhnen die Hamburger sicherlich auf: Und wer hat’s erfunden? Die Erfindung der Wurst unter der schnellen und nahrhaften Mahlzeit, des Fast Foods, die nicht nur Taxifahrern, LKW-Fahrern und Kommissaren Momente der Geborgenheit schenkt ist schon lange Streitpunkt zwischen Hamburgern und Berlinern.

Laut des Romans “Die Erfindung der Currywurst” des Schriftstellers Uwe Timm ist die Currysauce Produkt der Ungeschicklichkeit seiner Erfinderin, der Hamburger Kiosk-Betreiberin Lena Brücker.  Im Jahre 1947 sei Frau Brückner die Treppe hinuntergefallen - Ketchup in der einen, Curry in der anderen Hand. Unten angekommen, ward die berühmte Currysauce geboren.

Mittlerweile gibt es in Hamburg nähe Schanzenviertel und anderswo fancy Orte, an denen die trendbewusste Galão-Fraktion der Curry-Wurst frönt: Curry Queen oder Edelcurry sind zwei Imbiss-Buden der neuen Generation.

Berlin fährt die andere Schiene und hält die Tradition der Wurst und seiner Ikonen hoch. Im Who is Who - Online Lexikon steht über die laut Patentamt offizielle Erfinderin Herta Heuwer: 

Im Januar 1959 ließ Heuwer ihre Rezeptur beim Münchener Patentamt unter der Nummer 721319 registrieren. Im Jahr 1978 vernichtete sie alle Dokumente über die Zusammensetzung der Chill-Up Sauce für die Wurst.

Im Osten der Stadt hält Frau Ziervogel mit dem Familienbetrieb “Konnopke’s Imbiss” die Tradition aufrecht. Ihr Vater gründete bereits 1930 den Imbiss. Inzwischen ist das Konnopke’s eine Institution in Berlin.
Sie ist die von Berlin gekürte Currywurst-Königin.

Das legendäre Gespräch “Lassen Sie uns reden” zwischen Waltraud Ziervogel und Starkoch Eckart Witzigmann ist in Die Zeit zu finden. Ehrlich und unterhaltsam reden die zwei Meister ihres Fachs miteinander - und Frau Ziervogel stellt fest, dass sie gar keine Köchin, sondern eine Wurstfrau sei.

Die Currywurst könne laut  “Currywurst-Knigge” (Autor: Werner Siegert) nur am Ort seiner Entstehung - die Wurst wird nämlich erst zur Currywurst, wenn sie sich mit der Currysauce vereint - verzehrt werden. Und immer schön tief den Duft der Stadt einatmen.

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4 Comments, Comment or Ping

  1. Sara

    Weiss schon was wartet auf mich heute Abend denn…meine Erste Currywurst!!
    Aber wo kann man am besten Currywurst in Hauptstadt finden?
    Voten! Weiss schon was wartet auf mich heute Abend denn…meine Erste Currywurst!!
    Aber wo kann man am besten Currywurst in Hauptstadt finden?
    Voten!

    Januar 29th, 2009

  2. Fraulangstrumpf

    Das Curry 36 am Mehringdamm in Kreuzberg kann ich auch empfehlen. Guten Appetit Sara! Und wer bessere Curryplätze in der Bundesrepublik kennt ist herzlich eingelasen, diese hier zu nennen.

    Januar 29th, 2009

  3. Dirkster

    der Unterschied zwischen einer Currywurst und einem Hamburger: beides ist “fast food”, aber bei der Currywurst ist es ein englisches “fast”, beim Hamburger ein “deutsches”.
    (Oh, und den Hamburger haben die Hamburger natürlich auch nicht erfunden, aber die Berliner ja auch nicht den - eben: Berliner.)

    Januar 29th, 2009

  4. paco

    wer noch zusatzinfos zur currywurst moechte:
    siehe

    http://www.currybu.de

    Januar 29th, 2009

Reply to “Mit oder ohne Darm ?”