713 Freundschaften, 1766 Schnitzel, 16277 Becks, drei Kinder und zwei Scheidungen. So lauten die harten Facts nach 3 Jahren WG-Leben der grössten Wohngemeinschaft Deutschlands und mit Sicherheit auch der luxuriösesten.
Hier scheint der Spaß-Faktor in der Monatsmiete inbegriffen zu sein: Neben WLAN und Miele-Haushaltsgeräten, geniessen die Mitbewohner den Service eines Wäschedienstes, einer Putzfrau und eines Kochs. Whirlpool und Sauna stehen der Gemeinschaft zur freien Verfügung. Die Entfernungen in den über 1000 qm großen Appartements zu überwinden, hilft stilgerecht ein Fortbewegungsmittel der besonderen Art, das Segway, ein elektrisch betriebener Roller im Stückwert von 7000 Euro. Hinzu kommen 120 Fahrräder, Kleintransporter und Motorroller. Bei einer Monatsmiete von durchschnittlich 300 Euro pro Zimmer, kann so mancher Student nur neidisch werden. Sogar der Sonntags Brunch wird frei serviert.
Die ehemaligen Räume eines Architektur Büros und einer Bank sind nun von Menschen zwischen 18 und 48 Jahren bevölkert, die keine Lust haben alleine zu wohnen und auf Privatsphäre zugunsten von gemeinsam organisierten Ibiza-Urlauben und “WG-Parties” im ganz grossen Stil verzichten. Die 89 Bewohner verteilen sich auf drei WGs in drei Gebäuden. Die WG-Leiter kümmern sich um das Wohl.
Die A-Street lautet der Name einer der 5 Sterne-WGs, da diese in der Düsseldorfer Augustastraße liegt. Hier scheint es zwischen Designermöbeln und Luxus Hifi-Geräten nicht langweilig zu werden. Das soziale Netzwerk ist bereits für die ersten Monate in der neuen Stadt gesichert. Und da es sich wahrscheinlich positiv auf den Gemütszustand auswirkt, statt über den Putzplan über Saunaaufgüsse zu diskutieren, sind die Bewohner von dem WG-Konzept hell auf begeistert.
Was ist nun das Geheimnis? Das Businessmodell ist bereits ausgezeichnet. WG Cafè oder WG now, so der Name der Betreiber, sucht schwer vermittelbare Objekte ab 700qm in zentraler Citylage deutscher Großstädte, die den gewünschten Kaufpreis nicht erzielen würden, zum Kauf oder Miete. Interessierte Eigentümer werden als Partner zur Umsetzung der aussergewöhnlichen Wohnform beworben. In einer Pressemitteilung lautet die Selbstbeschreibung wie folgt: “Das WG Café setzt in beispielhafter Weise die Megatrends New Work, Mobilität, Globalisierung und Indvidualisierung um”.
Urvater ist Klaus Moskop, der von vielen weniger als knuffiger WG-Papa denn als übertüchtiger Geschäftsmann gesehen wird. Es ist nicht alles Gold, was gänzt, laut einiger Berichte.
Derzeit lädt die Wohngemeinschaft ein 68er Redaktionsteam zum Einzug für mindestens sechs Monate ein. Projekt ist die Gründung einer YouTube-WG in der Zoovilla. Weitere WG-Gründungen sind in Köln geplant.
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