Ach, das Leben kann so spannend sein! Ein wenig grüne Wasserfarbe genügt und die Berliner stehen Kopf: das traditionelle Kaufhaus des Westens (kurz KaDeWe) ist zugesprüht - Die Schaufenster, welche die Passanten einen Hauch der luxuriösen Welt der Vera Wangs und Guccis dieser Welt erhaschen lassen, verschmiert! Vandalismus, politischer Anschlag oder Guerilla Marketing?
Die Empörung ist groß, die Fantasie zur Bestrafung der Schmierer uferlos:
“gesamtes Eigentum [der Täter] von der Unterhose bis zum Wohnzimmersessel zur fairen Bestrafung rosa einfärben”.
Des Rätsels Lösung ist ernüchternd: Die grüne Farbe solle auf das 75-jährige Markenjubiläum von Lacoste und die in diesem Zusammenhang geplante Schau im Lichthof des KaDeWe hinweisen. Das Grün entsprach der Corporate-Farbe des Markenzeichens der französischen Bekleidungsfirma - ein kleines Krokodil.
Lacoste engagierte also einen “Vandalen” oder auch “US-Aktionskünstler”, der sein Projekt bis zu seiner Realisierung vorenthalten wollte. Drum habe ihn Lacoste aus dem Künstlerkreis ausgeschlossen.

Das ham se nun davon: ein bisschen Tusche - schon steht der Staatsschutz auf dem Teppich.
Nun hat der Tagesspiegel etwas Footage, um den Untergang der Bürgerlichkeit heraufzubeschwören, der mit der Beheimatung der schmierenden Selbstverwirklicher beginne und sich in der Theorie verfestigt, dass “die Beliebtheit Berlins als Entsorgungspark für die Verlierer (…) mit der Haltung der Berliner selbst zu tun hat: Es ist die regionale Variante der New Yorker „Broken-Window“-Theorie, die besagt, dass die Verwahrlosung einer ganzen Nachbarschaft damit beginnt, dass irgendjemand die Scheiben eines geparkten Autos einschlägt.”
Ob die Verwahrlosung des Stadtbildes mit einer Künstleraktion begründet werden kann, die wohlgemerkt darin bestand, die Schaufenster eines Luxuskaufhauses mit dem Farbton einer Edelmarke zu verschmieren? Viel Lärm um nichts!












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