Neue Versprechen


Während wir darüber sinnieren, wie die Zukunft aussehen könnte, bemerken wir nicht, dass sie bereits angefangen hat.

Bisher dienten technologische Produkte der Steigerung von Effizienz und Effektivität. An vorderster Front malen Produktdesigner nun eine düstere Zukunft, in der sich der Einsatz von Technologie auch auf die Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse der Menschen erweitert.

Der deutsche Designer Stefan Ulrich entwirft in seiner Arbeit „Neue Versprechen“ eine Vision, die anhand des amorphen Roboters „Funktionide“ veranschaulicht, wie neue Technologien die Beschaffenheit von Produkten und die Interaktion mit diesen in der Zukunft verändern könnte.

Die Vereinsamung als Konsequenz der modernen Arbeitswelt und ihren unmenschlichen Anforderungen ist dabei Ausgangspunkt für die Generierung von „lebenden“ Produkten wie der Funktionide, die die emotionale Leere erleichtern sollen. Aktive Materialen wie Elektroaktiven Polymere (EAP), auch bekannt als künstliche Muskeln, erweitern die Dimensionen unserer Produktwelten.

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„Der globale Jobnomade vereinsamt, und seine Gefühlswelt droht zu verflachen.“


Freie Flächenverformung, aktive Membranen und taktile Oberflächen könnten ermöglichen, sich bewegende Oberflächen und Körper zu gestalten, die wie belebt erscheinen.
Der Funktionide ist eine formlose weisse Gestalt, die sich gleich einer Raupe selbstständig durch den Raum bewegt und sichtbare Atmung simuliert.
Das Objekt reagiert auf Licht, Bewegung und Schall, so kann der Funktionide auf unterschiedliche Gemütszustände reagieren und zeigt dabei Unberechenbarkeit, wenn man so will menschliche Fehlerhaftigkeit.

Wie der Feierabend eines Tages aussehen könnte, zeigt das Video.

Funktionide Part II from eltopo on Vimeo.

Ob der Roboter immer nur der Ersatz bleiben oder die Lösung sein wird, zeigt die Zukunft.

Via

 

Gaudi Stuhl


Es ist heiss - sehr heiss. Der August in Barcelona kann grausam sein. Keine Sangría kann die Schweisstropfen stoppen. Und der Strand ist ein unheilvoller Ort, möchte man in Ruhe dahinköcheln. Ruhe kann man woanders suchen. Stilvoll Schwitzen ist auf dem Gaudí Stuhl möglich. Der katalanische Architekt, der gerne in einem Atemzug mit Tapas, Paella, Sangría und Flamenco in Touristenführern genannt wird, konstruierte seine Baupläne, indem er in einem Model Ketten im Bogen von der Decke hängen liess. Er experimentierte mit der Länge der Schnüre und unterschiedlichen Gewichten. Die Schwerkraft kommt ins Spiel, im umgekehrten Spiegelbild auf der Bodenplatte ergibt das Seilpolygon so ein Model für eine natürlich stabile Form. Dieses logische und einfache Prinzip nutzte der niederländische Designer Bram Geenen, um ein Möbelstück im Rahmen des Furnistructure Projektes zu designen, das durch sein Leichtgewicht besticht. Nur ein einziges Kilo bringt der Gaudí Stuhl auf die Waage, ist damit recht funktional und high-tech-chic.

 gaudi stool bram geenen yatzer 3 Gaudi Stuhl

 gaudi stool bram geenen yatzer 1 Gaudi Stuhl

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Quelle: Bram Geenen

 

Büro am Meer


Was braucht der Mensch zum Glücklichsein? Zieht man einige alte Fotoalben als Grundlage eines Erklärungsversuchs heran, zeigt sich, dass die gemeinsame Schnittmenge der Bilder, die einen Glücksmoment festhalten, ein ganz bestimmter Gegenstand bildet: ein Wasserball. Ob klassisch in Streifen, extravagant mit Pünktchen oder neumodisch mit Homer Simpson-Konterfei, der Ball ist dabei. Manchmal fliegt er oben rechts durch das Bild, manchmal links oben, manchmal ist er unter dem Po und ab und zu zwischen Fifis Zähnen.
Mit dieser gewonnenen Erkenntnis lässt sich unser Heim gleich viel einfacher im Sinne raumtherapeutischer Ansätze einrichten. Eine Beachball-Lampe muss her.

Gut, dass es den freude- und lichtspendenen Gegenstand schon gibt. Nur echt mit Stöpsel. Onlineshop

beachballs2700 Büro am Meer

 

Garten Eden aus Filztaschen


Ein nackter Mann räkelt sich lasziv auf dem Chaiselounge, zwei ebenso splitterfasernackte Frauen spielen abwesend an Pflanzen, die scheinbar aus Wänden und Mobiliar sprießen. Meine erste Vermutung war, dass es sich hierbei um einen Dokumentarfilm handele, in dem das Sozialverhalten unter Beeinflussung halluzinogener Stoffe anhand studentischer Kommunen aus den 70er Jahren analysiert würde. Mein zweiter Tipp war, das Bild sei Anschauungsmaterial zum Langzeitexperiment “Garten Eden”, welches die Wirkung tropischer Pflanzenstoffe im Innenbereich als Stimuli teste.

woolypockets Garten Eden aus Filztaschen

 

Grüne Wandtaschen


“Green pockets” heißen die Zwitter aus Blumentopf und Fliese der Eco-Designerin Maruja Fuentes.

Die Grünen Taschen greifen ineinander wie ein Fischschuppenmuster und wechseln sich mit flachen Fliesen ab, was neben der Bepflanzung einen großen Spielraum der individuellen Gestaltung ermöglicht. An der Wand angebracht erwecken die Fliesen den Eindruck, dass diese lebt und aus ihr Pflanzen wachsen. Das ausgezeichnete Eco-Design-Stück hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt auf der Mailänder Furniture Fair 2009. Green pockets sorgen nicht nur für ein gesundes Klima im Wohn-oder Arbeitsbereich, sondern sollen auch eine Art Fusion zwischen Interior und Natur herstellen. Die Keramikfliesen sind aus recyceltem Material gefertigt. Die Puerto Ricanische Designerin erhielt für ihre Arbeit den Red Dot Award 2009 .

Auf ihrer Homepage sind noch weitere interessante Eco-Designs zu entdecken.

greenpockets fliesen1 Grüne Wandtaschen

 

Der Letzte macht das Licht aus


Die Glühbirne ist inzwischen als Energieschlampe verhöhnt. Die 1879 von Thomas Edison erfundene Glühlampe steht in Europa endgültig vor dem Aus. Rund 95 Prozent des gefressenen Stroms verpufft als Wärme. Der erste Schritt ist die Verbannung der über 100 Watt Glühbirnen aus dem Handel ab Oktober diesen Jahres.
Da aus unserem Alltag verschwindenden Dingen wie YPS Hefte, Ado-Gardinen oder Monokasettenrekorder ein Kultpotential inhärent ist, sollte jeder zwei Mal überlegen, bevor er die durchgebrannte Birne achtlos in den Müll wirft.  Sie besitzt bisher allerlei unentdeckte Talente für nostalgische DIY-Projekte.

 

Green Spotlight: Famooser Badvorleger


Auf einem Bett aus Moos zu schlafen, stelle ich mir in etwa genauso extravagant und luxuriös vor, wie in Eselsmilch zu baden. Da das Moosbett den Matratzentest noch nicht bestanden hat, steige ich nun aus dem Spa-Eselsmilch-Badezusatz direkt auf einen Teppich aus Moos. Der ist nämlich bereits aus der Natur in die Badezimmer importiert worden und umschmeichelt die nassen Füßchen zärtlicher als jeder haushaltsübliche Frotteevorleger.  Konstruiert hat das Eco-Style-Item die Schweizer Industriedesignerin La Chanh Nguyen.

 

Ich will Tapeten


Vorbei die Zeiten,  zu denen uns die nackte und kalte Raufasertapete Löcher in die Luft starren ließ. Sie schenkte uns keine Ablenkung in Form verspielter Formen. Sie verriet uns nichts über den Bewohner der vier Wände, die sie bedeckte oder versetzte uns je nach Zweck des Raumes in Stimmungen.

Allein der Name - Raufaser - lässt einem den Schauer über den Rücken laufen. Die Raufasertapete war über zu viele Jahre hinweg die Universallösung. Egal ob Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer, überall ödete sie uns penetrant an.

Freiheit für die Wände, gibt ihnen ein Leben. Ich trau ihnen mehr zu, als nur so rumzustehen. Zurück zur Kuscheligkeit der Wandbekleidung, auf die schon Mutti und Vater in jungen Jahren schwörten. Und ich setz noch einen oben drauf: Tapeten sind die Zukunft, so sagt es die 3. Stilwerk Studie des Trendbüros. Wie Kissen oder Teppiche “stillen sie unsere Sehnsucht nach Bürgerlichkeit und Harmonie”.

Entzückende und ganz und gar nicht langweilige Exemplare bietet die TapetenAgentur: der Online Katalog bietet außergewöhnlich schmucke Bekleidung wie z.B. die Tapete “Grove Garden”, “Cherry Cup Cake” oder “True Romance”. Männliche Motive sind auch vertreten.

Nie wieder ohne meine Tapete.

imagecontroller Ich will Tapeten

 

Die Pietshow: StudiVZ hat seine erste Seifenoper


Der Ausspruch “Ich glotz TV” wirkt immer altmodischer. Die Mattscheibe im Wohnzimmer gerät in Vergessenheit, auch wenn sich ein Herr Reich-Ranicki gekonnt vehement für die Qualität des deutschen Fernsehens einsetzt, seine Zukunft findet woanders statt - im Internet. Immer mehr Menschen beziehen  ihren täglichen Medienrausch aus dem Internet. “Gute Zeiten schlechte Zeiten” war gestern, nun bandelt Grundy Ufa mit StudiVZ an und raus gekommen ist die “Pietshow”. Angekündigt mit einem Video auf Youtube, das einen verheissungsvollen Titel trägt: “Typ knallt besoffen auf Party durch die Wand!”.

Die Fernsehsoap-Fabrik Grundy Ufa hat exklusiv für das Online-Netzwerk StudiVZ und MeinVZ (Ableger für Zielgruppe “Ü30″) 15 Folgen mit Abschluss produziert. Pro Woche gibt es 2 neue Folgen, die in Häppchen serviert von Dienstag bis Freitag in einer eigens gegründeten StudiVZ-Gruppe präsentiert werden. 14 Minuten lang erzählen diese vom aufgesetzt schlabbrig charmanten Filmstudenten Piet, der das Geschehen in der unfreiwillig zusammengewürfelten WG in Berlin Kreuzberg filmt und online stellt. Die professionallen Macher der Ufa-Fabrik wissen genau was sie tun. Der klar umrissenen Zielgruppe der Studenten müsse man schon etwas mehr liefern, die schauen genau hin. StudiVZ Nutzer seien also aufgeklärter und zeigten ein radikal anderes Medienverhalten als die Ottonormalverbraucher  des werktäglichen deutschen Vorabendprogramms. So ist die Soap, die keine sein soll, gewürzt mit einer mysteriösen Metaebene, die der WG-Seifenoper in Kombination mit den wackeligen Amateurbildern ein bisschen “Blairwitch-Project” und “Cloverfield” Feeling sowie einen Schuss Mediensatire bekannt aus  “Die Truman-Show” verleihen soll.
Vielleicht war es die fehlende Metaebene, die die erste deutsche Online-Soap “Candy Girls” (auf MySpace) beim Versuch die Seifenoper zu revolutionieren scheitern liess.

Vorbildlich vernetzt wie diese ist aber auch die Pietshow mit den Fake-Profilen der vier Protagonisten Piet, Nick, Jessy und Melanie. Diese sollen zu einem lebhaften Dialog anregen, denn schliesslich ginge es dabei nicht  um Mitgliedergewinnung, sondern darum einen echten Dialog anzuregen, laut StudVZ-Gründer Michael Brehm. Und die WG-Mitbewohner sind echte Profis, was die umstrittenen Datenschutzbestimmungen des Online-Netzwerkes betrifft: die Profile sind alle geschützt und nur teilweise sichtbar. Piet, der alte Rebell, ist Mitglied der StudiVZ-Gruppe “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!”, die für unrühmliche Furore sorgte und den allesbeherrschenden und grenzenlosen Spass-Faktor des Online-Netzwerkes überzog. Um noch mehr Interaktivität anzukurbeln gibt es am Ende der Staffel einen echten Seasons Cliffhanger, genauso wie bei den Großen. Und vielleicht dann in der zweiten Staffel noch mehr Metaebene.

Bevor es auf StudiVZ wieder “Alles meta, Alter!” (die erste Folge lief gestern) lautet, gibt es noch eine Menge Käffchen (den offeriert StudiVZ bei Wartungsarbeiten seinen Mitgliedern).

 

Ekel vorm Mitbewohner im Kühlschrank


Die Suche nach der geeigneten WG ist ein steiniger Weg und das WG-Casting mag nicht selten vor einer  Mitbewohner-Jury mit Dieter-Bohlen Besetzung stattfinden. Denn nur die Harten kommen in den Garten.
Wer nicht mehr bei Mutti lebt, kann auch nicht erwarten, dass die Töpfe immer gespült und der Kühlschrank gefüllt ist. Durch die WG-Schule muss jeder durch, früher oder später. Doch was tun, ist man erstmal drin?

Die Informationsvermittlung innerhalb der WG beschränkt sich seit Menschengedenken auf  kleine Zettelchen, wenn es sich um Unangenehmes handelt: “Du hast deine Haare im Sieb vergessen” oder ” Die Keime in deinem Kühlschrankfach haben mir heute einen “Guten Morgen” gewünscht”. Letzteres muss nun nicht mehr länger Ursache für eine WG-Krise sein und könnte möglicherweise auch die WG-Kommunikation revolutionieren: der modulare Flatshare-Kühlschrank sagt dem handelsüblichen keimigen WG-Kühlschrank den Kampf an.

Der “Flatshare”-Kühlschrank besteht aus individuellen Teilen: Auf einer Basisstation lassen sich einzelne Kühlschrank-Teile stapeln. Jeder Bewohner erhält seinen eigenen Kühlraum, für den er selbst verantwortlich ist. Jeder Kühlschrank-Teil lässt sich  individuell mit bunten Skins gestalten und mit Add-ons - wie etwa mit Flaschenöffnern - erweitern. Der Flatshare-Kühlschrank ist Gewinner des Electrolux Design Lab  2008. Stefan Buchberger, der an der Wiener Universität für Angewandte Kunst studiert, setzte sich mit seiner Konzeption eines WG-Kühlschranks  unter 600 Einsendungen von Design-Studenten aus 49 Ländern durch. Die Idee entstand, da er sich vor dem eigenen Kühlschrank ekelte.
Prost Mahlzeit!


 

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