Wenn ich wiedergeboren werden sollte, dann bitte als Grüne Schildkröte - das war mein erster Gedanke, als ich zum ersten Mal die erstaunlichen Fotografien von Wellenfanatiker und Surfer Clark Little sah. Honu, wie sie die Einheimischen rufen, macht sich jeden Tag auf den Weg nach Laniakea Beach in Hawaii, wo sie reichlich Seetang futtert und ein Nickerchen unter den wärmenden Sonnenstrahlen macht, bevor sie sich wieder in die Wellen stürzt, um sich von ihnen sanft nach Hause tragen zu lassen. Dabei kennt Honu alle gewieften Surftechniken, welche ihr einen geschmeidigen Wellenritt bereiten: smooth dude!
Honu ist ein angenehmer und unaufdringlicher Meeresbewohner, dessen Heimreise im Sog der Welle Surf-Fotograf Little auf Film festhalten konnte.
Während wir darüber sinnieren, wie die Zukunft aussehen könnte, bemerken wir nicht, dass sie bereits angefangen hat.
Bisher dienten technologische Produkte der Steigerung von Effizienz und Effektivität. An vorderster Front malen Produktdesigner nun eine düstere Zukunft, in der sich der Einsatz von Technologie auch auf die Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse der Menschen erweitert.
Der deutsche Designer Stefan Ulrich entwirft in seiner Arbeit „Neue Versprechen“ eine Vision, die anhand des amorphen Roboters „Funktionide“ veranschaulicht, wie neue Technologien die Beschaffenheit von Produkten und die Interaktion mit diesen in der Zukunft verändern könnte.
Die Vereinsamung als Konsequenz der modernen Arbeitswelt und ihren unmenschlichen Anforderungen ist dabei Ausgangspunkt für die Generierung von „lebenden“ Produkten wie der Funktionide, die die emotionale Leere erleichtern sollen. Aktive Materialen wie Elektroaktiven Polymere (EAP), auch bekannt als künstliche Muskeln, erweitern die Dimensionen unserer Produktwelten.
„Der globale Jobnomade vereinsamt, und seine Gefühlswelt droht zu verflachen.“
Freie Flächenverformung, aktive Membranen und taktile Oberflächen könnten ermöglichen, sich bewegende Oberflächen und Körper zu gestalten, die wie belebt erscheinen.
Der Funktionide ist eine formlose weisse Gestalt, die sich gleich einer Raupe selbstständig durch den Raum bewegt und sichtbare Atmung simuliert.
Das Objekt reagiert auf Licht, Bewegung und Schall, so kann der Funktionide auf unterschiedliche Gemütszustände reagieren und zeigt dabei Unberechenbarkeit, wenn man so will menschliche Fehlerhaftigkeit.
Wie der Feierabend eines Tages aussehen könnte, zeigt das Video.
Das Video “Benutze Sonnencreme” kennt einige Weisheiten, die auf die Liste ” Dinge, die ich schon mit 20 hätte wissen sollen” gehören.
In 20 Jahren, wenn du zurückblickt, wirst du wissen, du bist nicht so fett wie du es dir jetzt einbildest.
Lies keine Beauty-Magazine, außer du willst dich häßlich fühlen.
Bewahre Liebesbriefe auf, schmeiss deine Bankauszüge weg.
Geh’ behutsam mit deinen Haaren um.
Nimm Kalzium zu dir.
Creme dich mit Sonnencreme ein.
Sich sorgen ist so effektiv, wie mit Kaugummikauen eine Algebraische Gleichung lösen zu wollen.
Denk nicht zu viel nach, tanze!
Die interessantesten Menschen wissen mit 40 Jahren nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen möchten.
An der Nordküste von Taiwan in dem kleinen Ort San-Zhr Pod Village verfällt ein hyper-futuristischer Hotelkomplex. Dem Anblick haftet ein post-apokalyptischer Beigeschmack an.
Und die Geschichte zu diesem Ort hat einen echten Gänsehaut-Effekt:
die Apartments sind in den 60er Jahren im Auftrag der Regierung konstruiert worden. Der Architekt der Gebäude, deren Form an Ufos erinnert, ist unbekannt. Lokale Zeitungen berichteten zu dieser Zeit, dass es während der Bauarbeiten gehäuft zu Unfällen kam, bei denen Arbeiter ihr Leben verloren.
Als sich die Nachricht verbreitete, blieben Gäste aus, der Komplex war von da an ein verlassener Ort. Seit dieser Zeit hausen hier die verlorenen Seelen der verstorbenen Arbeiter, die dazu verdammt sind dort zu verweilen - so sagt es die Legende.
Die Konstruktion ist unfertig und wird es auch bleiben, denn die Menschen sind dem Aberglauben verfallen - niemand möchte dem verfluchten Komplex zu nahe kommen. Ein Abriss ist allerdings auch unmöglich, da die Zerstörung der Heime verlorener Seele in der asiatischen Kultur ein Tabu ist.
Der Fotograf Craig Ferguson schoss trotz aller Warnungen Einheimischer diese wunderbaren Fotos.
Post-Its klebe ich gerne an jeden frei verfügbaren Platz: manche erinnern mich an unerledigte Dinge (Schreibtisch) und wenige tragen aufmunternde Shakka-Sonnenscheingesichter (Kühlschrank), die mir nach dem morgendlichen Kaffee als Aufputscher für den Tag dienen, andere helfen beim Spanisch-Lernen und verraten mir den Namen des Gegenstands auf dem es klebt (Stuhl - la silla). Warum sind Post-Its so beliebt (auch wenn altmodisch)? Sie sind flexibel, mobil und passen sich jeder Umgebung an: sie finden überall ein Plätzchen.
Zur Zeit läuft eine Ausstellung im CCCB Barcelona, dessen Name den Eigenschaften des Post-Its abgeleitet ist: “Post-It City. Occasional Urbanities”. Auch die Stadt bietet Freiflächen. Diese freien oder undefinierten Plätze bieten für verschiedene Gruppen Raum - Raum, der besetzt wird, um ihn nach den eigenen Bedürfnissen umzugestalten.
Wer durch seine Stadt spaziert, kann an der ein oder anderen Ecke solche Formen der urbanen Besetzung durch die Allgemeinheit entdecken. Die temporäre Nutzung öffentlichen Raumes hat viele Gesichter, manche sind skurril und komisch, andere stimmen uns traurig. Post-Its erzählen von den Mängeln und den Bedürfnissen der Bewohner - je nach Struktur der Stadt sind sie unterschiedlich.
Entgegen aller Hygiene-Vorschriften, dem islamischen Diktat und moderner Stadtpläne wohnen Menschen nach guter Recycling-Manier weiterhin auf den Friedhöfen Kairos.
Kaum eine andere Stadt wie Berlin bietet so viel Freiraum, um sich zu entfalten. Am Wochende treffen sich türkische Familien und Freunde zum Sonntags-Barbecue. In dem weit westlich gelegenen Wromänner-Park wird ein illegaler, aber tolerierter Obst- und Gemüsemarkt von Vietnamesen und Chinesen betrieben.
Die Besetzung des öffentlichen Raumes konnte ich heute in Barcelona beobachten: die ganze Stadt gleicht einem Rosen-Verkaufsstand: auf Bürgersteigen, vor Schulen, neben Postkästen stehen selbstgebastelte “Pop-Up-Stores”. Des Rätsels Lösung: heute ist St. Jordi.
Jeder kennt es: Der Magen knurrt, ein Loch hat sich in uns hinein gegraben. Der einfachste und schnellste Weg führt in ein berüchtigtes Schnellrestaurant. Am Ende halten wir etwas in den Händen, was nach Entsorgung des Verpackungs-Firlefanz, nicht im Geringsten Ähnlichkeit mit dem besitzt, was wir geglaubt bestellt zu haben. Und anstatt wie Michael Douglas in “Falling Down- Ein ganz normaler Tag”, die Pappmaché zum Anlass zu nehmen, um so richtig schön durchzuticken und unseren psychopathischen Zügen freien Lauf zu lassen - kommen wir immer wieder.
Du suchst eine Wohnung mit frisch renoviertem Bad und stehst zur Wohnungsbesichtigung in einem Bad mit verdächtigem 70er Jahre Schick - braun-gemusterte Fliesen und Flokati-Teppich - und irgendwie ist die Quadratmeterzahl des Wohnzimmer nach Aufgeben der Wohnungsanzeige geschrumpft.
Realität und Werbung sind ein gegensätzliches Paar. Das Projekt PUNDO3000.com kritisiert diese verpackungswütige Scheinwelt und zeigt uns in einem rasanten Schnelldurchlauf, was wir tagtäglich hinnehmen.
“100 produkte im vergleich zu ihren werbefotos. alle produkte wurden eingekauft, die verpackungen fotografiert, die produktfotos vergrößert, die produkte nach verpackungsvorgabe zubereitet und zum vergleich fotografiert. alle produkte befanden sich innerhalb des haltbarkeitsdatums. alle produkte wurden aufgegessen. alle fotografien sind jederzeit wiederholbar.”
Heute unter der Kategorie “Schönes Sehen” möchte ich auf die Liste “10 Anzeichen für intelligentes Leben auf Youtube” von Openculture hinweisen.
Unter dem Berg von schadenfreudigen Pannenvideos wie “Drunk Monkey“, „Drunk Squirell“ oder „David Hasselhoff drunk“ verbergen sich inhaltsreichere Videos, die nicht nur zur Gehirnbetäubung kurz vorm Zu-Bett-Gehen geeignet sind.
Bedeutende Denker, Filmemacher, Philosophen, Politiker, Architekten, Künstler und andere „movers and shakers“ versuchen uns auf unterschiedlichen Kanälen wie TED Talks oder FORA TVihre Sicht der Dinge näher zu bringen: Bill Gates, Herbie Hancock, Peter Gabriel, Frank Gehry, Phillipp Starck, Peter Greenway, Jean Baudrillard, Jacques Derrida, um mit grossen Namen zu posen.
Universitäten wie Princeton oder UC Berkeley stellen auf ihrem You Tube Channel ein akademisches Programm zusammen und eine Sammlung vollständiger Seminare zur Verfügung - kostenfrei.
Seit einem Monat können Nutzer die Liste der Anzeichen für intelligentes Leben auf You Tube vervollständigen.
Mein nächstes Share Video enthält kein “drunk” im Titel.